193.3 Kuseler Bergland | Landschaftsräume in RLP

19 Großlandschaft Saar-Nahe-Bergland

193.3 Kuseler Bergland

offenlandbetonte-Mosaiklandschaft

193.2 193.40

Landschaft bei Frohnhofen
(B. Ullrich)

Im Kuseler Bergland bewirkt der häufige Wechsel von widerstandsfähigen Gesteinen des Perm (Vulkangestein, Konglomerate) mit leicht verwitterbaren und erodierbaren Sandsteinen und Schiefertonen ein außerordentlich lebhaftes Relief. Bergrippen und –rücken mit engen Flussdurchbrüchen und steilen Wänden wechseln mit sanfteren Hängen, Hochflächenresten und Mulden.

Thallichtenberg und Burg
(B. Ullrich)

Die höchsten Erhebungen des Kuseler Berglandes reichen an dessen Westrand bis auf fast 480 m ü.NN (bei Albessen). Ansonsten liegen die Täler etwa auf einem Niveau von 250 bis 300 m ü.NN und die Höhen bei 320 bis 420 m ü.NN. Im Norden und Nordwesten ragt die markante Randstufe der Baumholder Platte über dem Kuseler Bergland auf. Im Süden grenzt das Bergland an die Kaiserslauterer Senke. Nach Westen wird das Kuseler Bergland von den Osterhöhen und dem Höcherbergmassiv eingerahmt.

Es handelt sich um eine Mosaiklandschaft, in der sich Offenland sowohl entlang der Täler erstreckt als auch über Hänge und Kuppen reicht und damit die dort befindlichen Wälder in ein Netz einbindet. Insgesamt ist das Bergland zu einem knappen Viertel bewaldet, wobei Laubwald weit überwiegt und sowohl Altbestände wie auch Niederwälder nicht selten sind. Besonderheiten sind felsige rockenwälder an Steilhängen bei Ulmet, Haschbach und Thallichtenberg.

Charakteristisch für die Landschaft sind die verbreiteten Streuobstbestände, die insbesondere die Hänge im Umfeld der Ortschaften prägen. Gebietsweise sind extensive Nutzungsweisen stark vertreten, wie um Umfeld von Kusel, Haschbach oder im Raum Altenkirchen/Dittweiler. Vergleichsweise häufig sind auch Feuchtwiesen. Größere Bestände befinden sich z.B. im oberen Glantal, Kohlbachtal und Schellbachtal. Besonders großflächige magere Wiesenbestände mit Übergängen zu Feuchtwiesen und Halbtrockenrasen liegen im nördlichen Randbereich bei Oberalben im Truppenübungsplatz Baumholder vor.

Bei den Ortschaften handelt es sich meistens um dörfliche Talsiedlungen, die vereinzelt auch bis in die Nähe der Kuppen vorrücken. Ausnahme ist die Kreisstadt Kusel, die sich von ihrem deutlich erkennbaren alten Stadtkern ausgehend entlang des Kuselbachtals und auf den angrenzenden Höhen entwickelte. Kulturhistorisch besonders hervorzuheben sind die weithin sichtbare große Burganlage Lichtenberg und der Remigiusberg mit Kapelle und den Ruinen der Michelsburg.

Die Porphyrit-Vorkommen des Raumes sind eine wichtige wirtschaftliche Grundlage. In der Folge ist die Landschaft bereichsweise stark durch den Gesteinsabbau geprägt, besonders bei Rammelsbach. Eine geologische Besonderheit innerhalb des Kuseler Berglandes ist ein langgezogener Bergrücken als Karboninsel zwischen Brücken und Steinbach. Hier wie auch bei Breitenbach wurde früher Steinkohle unter Tage abgebaut.